„Nachklang“: Das Opern-Special für Studierende

Wenn der letzte Vorhang gefallen, das letzte „Bravo!“ gerufen und der Applaus verklungen ist, wird’s bei uns gemütlich. Lasst eure Mäntel an der Garderobe hängen, trinkt noch etwas mit uns und kommt ins Gespräch mit ganz besonderen Gästen! Profis vor und hinter der Kulisse garantieren spannende Einblicke. Feedback und Fragen erwünscht! Tickets um 8€ gibt es nach Anmeldung unter operaktiv@oper-graz.com oder 0316 80081452.

Termine
25.10.17
G. Verdi: Il Trovatore (Oper)
29.11.17
W. A. Mozart: Le nozze di Figaro (Oper)
20.12.17
J. Strauß: Eine Nacht in Venedig (Operette)
31.1.18
P. I. Tschaikowski: Eugen Onegin (Oper)
7.3.18
H. Letonja, J. P. de Paula, J. Zabala: Wunderlich! (Ballett)
21.3.18
P. Dukas: Ariane et Barbe
Bleue (Oper)
11.4.18
G. Verdi: Il Trovatore (Oper)
9.5.18
S. Flaherty: Ragtime (Musical)
16.5.18
G. Rossini: Il Viaggio a Reims (Oper)
20.6.18
J. Weinöhl:
Ein Sommernachtstraum (Ballett)
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Es herbstelt wieder: Ausstellungseröffnung „trigon 67/17“

Künstlerhaus Graz / Wo fängt Raum an, wo hört er auf und welchen Stellenwert hat er in der Kunst? Mit diesen Fragen gab sich die Trigon-Ausstellung bereits 1967 provokant. 2017 wurde ein reenactment versprochen. Doch heute, ein halbes Jahrhundert später, bleibt der Skandal aus. 

Das kulturelle Urgestein der Region wird Fünfzig. Grund genug, dass der „steirische herbst“ anlässlich seines Jubiläums unter dem Motto „Where Are We Now?“ einen Rückblick wagt. Und die Frage auch an die Trigon-Ausstellung weiterreicht. Denn: Ebenfalls vor einen halben Jahrhundert stolperte die Dreiländerbiennale (Österreich, Italien und Jugoslawien) „trigon 67“ ins Leben und das Künstlerhaus wurde zum Schauplatz für Auseinandersetzungen – in vielerlei Hinsicht. Zum einen, weil die vorangegangenen Malereien und Skulpturen gegen die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Raum eingetauscht wurden. Zum anderen, weil der Umbruch auf ganzer Linie sowieso in der Luft lag. Die Sechziger – Wegbereiter für ein neues Denken. Was hat sich also getan, seit den Anfängen?

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Trigon im Jahr 1967. (c) Eilfried Huth

 

Angekommen im Jahr 2017 stehen die Zeichen im Künstlerhaus abermals auf Trigon. Der Keller ist gespickt mit Erinnerungen an das heiß debattierte Jahr 1967. Wutentbrannte Leserbriefe wurden neben Filmaufnahmen gewissenhaft konserviert und um Rekonstruktionen ergänzt. Der Rest des Hauses bleibt mit zeitgenössischen Arbeiten versehen. 

Die erneute Frage nach Verteilung und Nutzung von Raum wird schon beim Betreten des Areals deutlich: Ein Zaun (Eilfried Huth) in der Form des Kontinentes Afrika umgibt das Gelände. Wer ist drinnen, wer ist draußen? Eine Anspielung auf den Dauerbrenner aller Diskussionen: Migration. Und Unbehagen, das auch im Inneren der Ausstellung nicht abreißt. Eine begehbare Kühlzelle (Micol Assaël) lädt zum Verweilen ein. Aber bitte nur dann, wenn man nicht an Klaustrophobie leidet. Im Nebenraum riskiert jemand währenddessen eine „Große Klappe“. Im wahrsten Sinne. Das Pressspan-Gebilde von Max Frey schnappt zu. Und löst dabei eine kleine Druckwelle aus. Haare-Wehen inklusive. So zieht sich das Thema Raum durch die Ausstellung. Mal mehr und mal weniger stark wahrnehmbar. Und der kritische Sinn? Der kommt auf leisen Sohlen daher. Hier und da vielleicht mal lauter, meistens aber nur zaghaft. 

Freunde der Effekthascherei kommen bei dieser Ausstellung wohl kaum auf ihre Kosten. Aber beim „herbst“ war es ohnehin noch nie en vogue, gefällige Kunst zu servieren und nach der Mainstream-Pfeife zu tanzen.

Mehr Informationen gibt es hier.

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Begehbare Kühlzelle / Micol Assaël – Vorkuta (c) Agostino Osio


Kommentar

Ist der „steirische herbst“ mittlerweile so brav und langweilig geworden, wie viele sagen? 

Zugegeben, im Jahr 2017 bleibt der Aufschrei aus. Aber auch, weil vieles anders ist. In einer Kunstwelt, in der viele Grenzen schon im Laufschritt durchbrochen wurden, braucht es mittlerweile vieles, bis ein Eklat einsetzt. Ihn bewusst zu provozieren endet schnell problematisch. Kurt Jungwirth, der den „herbst“ 30 Jahre als Präsident beiwohnte, sagte kürzlich in einem Interview: ,,Man kann auf der Bühne niemanden erschießen.“ Ganz schön richtig, ganz schön schwer. Die Provokation aber, die ist nach wie vor da. Nur sie wird nicht als solche erkannt. Das sagt viel aus. Aber nicht über „den herbst“ selbst. Der war ohnehin immer nur Spiegel für das, was sich in der Welt abspielt.

Beitragsfoto: Tina Gverović / Diamond Cuts – Sea of People (c) Ben Cain

„Strauß’sches“ Potpourri

Styriarte-Soap: In der Helmut List Halle wurde tief in das musikalische Repertoire von Johann Strauß Sohn geblickt und Schauspielerin Ursula Strauss durfte als „Lästige Witwe“ Adele das Briefgeheimnis brechen, um das Leben des Wiener Walzerkönigs aus einer sehr persönlichen Perspektive zu beleuchten.

Johann Strauß Junior oder von vielen liebevoll „Schani“ genannt, prägte die Musikwelt weit über die Grenzen hinaus. Selbst in den Augen Richard Wagners konnte es sich nur um den „musikalischsten Schädel der Gegenwart“ handeln. Für die Styriarte 2017 unter dem Motto „Tanz des Lebens“ Grund genug, den Komponisten und seine Werke auf den Spielplan zu setzen.

Unter der Leitung von Rudolf Leopold wurde ein „strauß’sches“ Potpourri zusammengestellt, das sich sehen lassen konnte.  In medias res ging es mit Bruder Josef, der auch ein wenig Platz beanspruchen durfte. Gespielt wurde zum einen die leidenschaftliche Polka „Frauenherz“ und zum anderen der hitzige Walzer „Dynamiden“, mit dem die Musiker dem mittleren Spross des Strauß-Clans alle Ehre machten. Ähnlich hitzig ging es folglich mit dem Kopf des Abends, Johann Strauß, weiter: „Éljen a Magyar“ und der von Anton Weber bearbeitete „Schatzwalzer“ aus „Der Zigeunerbaron“ überzeugten ähnlich wie der Rest der Auswahl an Stücken, die mit Alban Bergs Version des Walzers „Wein, Weib und Gesang“ ein gebührendes Ende fanden.

Ursula Strauss

(c) Werner Kmetitsch

 

Besonderer Blickfang war jedoch Schauspielerin Ursula Strauss, die zum Text griff und im Wechseltakt Anekdoten ins Freie entließ. Als Adele, dritte und letzte Ehefrau von Strauß, gewährte sie intime Einblicke in ihr Frauenherz, das stets treu an Johanns Seite schlug. „In wilder Ehe mit einer Jüdin“, sprach die Wiener Gesellschaft und verhandelte die Beziehung des Paares in aller Öffentlichkeit. Da sie ihr Glück nicht von der neidischen Welt abhängig machen wollte, agierte Adele stets selbstbewusst als Managerin an der Seite ihres Mannes. Da sie auch bei der Verwaltung seines Nachlasses nichts dem Zufall überließ, brachte ihr das den Namen „Die lästige Witwe“ ein.

Ein gelungener Abend!

Beitragsfoto (c) Werner Kmetitsch

Mehr Informationen über die kommenden SOAPS gibt es hier: http://styriarte.com/styriartesoaps/