Les Ballets Trockadero de Monte Carlo in Graz

BILD: © Sascha Vaughan

Les Ballets Trockadero de Monte Carlo sind international bekannt und im Juni auch in Graz zu sehen. Die ausschließlich aus Männern bestehende Truppe tanzt große Klassiker wie Schwanensee oder Raymonda und verleiht ihnen mit ihrer Komik einen ganz eigenen Touch. Die Tänzer begeistern Ballettkenner sowie Tanzneulinge mit ihrer Grazie und gleichzeitig überspitzten Tollpatschigkeit. Ein Ballett für jedermann!

In Spitzenschuhen der Größe 47 tanzt das Ensemble in einer scheinbar anderen Welt des Balletts und begeistert das Publikum durch ihr hohes tänzerisches Niveau, ihr aufwändiges Make-up und ihre entzückenden Kostüme. Immer wieder mischen sich komische Elemente ein,  die das Ganze auflockern und umso unterhaltsamer machen.

Im Sommer 2019 ist die Gruppe für ein exklusives Gastspiel zum ersten Mal vom 25. bis 30.06.2019 an der Oper Graz.

2007 wurden Les Ballets Trockadero de Monte Carlo mit dem „National Dance Award“ des Critics’ Circle in London und dem renommierten „Positano Premia la Danza – Léonide Massine“- Preis ausgezeichnet. 2017 war das Ensemble bei den „UK National Dance Awards“ als „Beste Compagnie“ nominiert und auch in der Kategorie „Bester Tänzer“ konnte sich einer ihrer Solisten gegen Mitglieder u.a. des Royal Ballet durchsetzen.

Die Tanzgruppe trat schon in mehr als 600 Städten und über 35 Ländern der Erde auf und ist bekannt für ihre unnachahmliche Vereinigung von großer Kunst und göttlichem Humor.

„Für Ballettfans wie Tanzneulinge gleichermaßen großartig“ – jubelte die New York Times.

Die Süddeutsche Zeitung befand: „Die Trocks sind Kult!“

Mehr Infos zu Les Ballets Trockadero de Monte Carlo: hier.

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Kein Kind von Traurigkeit

Der Wiener Schauspieler Heinz Marecek gastierte mit seinem Programm „Das ist ein Theater!“ im Grazer Schauspielhaus. Das Publikum durfte eine Runde im Souffleurkasten hocken, um so einen humoristischen Blick auf die Welt hinter dem Vorhang zu erhaschen. 

Bekannt durch zahlreiche Engagements an österreichischen Theaterhäusern sowie durch Rollen in Kult-Serien wie Lindenstraße oder SOKO Kitzbühel, machte sich Heinz Marecek  breitenwirksam einen Namen. Der 71 jährige darf auf ein bewegtes Leben im Scheinwerferlicht zurückblicken, doch auch abseits der Bretter, die die Welt bedeuten, weiß er einiges zu erzählen. Viele Geschichten – großes Potenzial – Zeit Bilanz zu ziehen.

Mittels Anekdoten über Weggefährten, würdige Kollegen und solche, die es gerne wären, räumt er mit der romantischen Sicht auf das Theater auf. Lässig und im personalisierten Regiesessel sitzend, zuckert er Anekdote um Anekdote über die Köpf der Zuseher. Angefangen bei Friedrich Torberg (Der Schüler Gerber) bis hin zu Gustav Knuth. Sir Peter Alexander Baron von Ustinov, der nachts vom Geräusch seiner Bronchien wach wurde und irrtümlich für Einbrecher hielt, bekommt gleichfalls sein Fett weg, wie Kritiker Hans Weigelt. Von Käthe Dorsch für seine spitze Zunge geohrfeigt, wird die Story aus einer anderen Perspektive aufgerollt. Sie alle und viele mehr dürfen herhalten, wenn Marecek aus dem Nähkästchen plaudert und als wandelndes Geschichtsbuch das Publikum unterhält.

Im Leben eines jeden Mannes kommt einmal die Stunde der Wahrheit. Und dann heißt’s lügen, lügen, lügen. (Reinhold Häussermann/Schauspieler)

So erzählt er also über die einen, die Don Quijote-artig mit dem Text kämpfen, und über die anderen, denn die haben ihn gar nie gelernt. Doch auch sich selbst nimmt Marecek aufs Korn und erzählt, wie er seinen Eltern schonend beibringen wollte, dass er Schauspieler werden möchte. Geschockt von deren Reaktion (sie waren von der Idee sehr angetan), mussten sie ihn erst dazu überreden, sich am Max-Reinhardt-Seminar zu bewerben. Geklappt hat es trotzdem!

Lange Zeit hat Heinz Marecek Geschichten erlebt und Geschichten gespielt – heute darf er sie erzählen. Egal ob er pikante Details über die Wiener Szene verrät oder den Irrtum bereinigt, Schauspieler würden nur für den Applaus leben. Zuviel Tiefe sollte man sich allerdings nicht erwarten, was nicht heißen soll, dass es für einen heiteren Abend nicht reichen würde. Denn: Selbstsicher sitzt Heinz Marecek im Sattel, lässt eine Pointe die Nächste jagen und das Publikum zumindest erahnen, wie es wirklich ist, das Licht der Bühne zu erblicken.

Geschichtensehnsucht und Theaterpuder

Heinz Marecek beglückt das Publikum am Grazer Schauspielhaus mit Anekdoten aus dem „Dunstkreis des Theaters“.

Wer wissen möchte, woher Friedrich Torberg seinen Nachnamen hat, was „Onkels“ und „Neger“ im Theater sind, warum der Papst einst Schwierigkeiten mit dem Heiligen Stuhl hatte, und was es mit dem Theaterpuder auf sich hat, der begebe sich demnächst ins Grazer Schauspielhaus zu Heinz Mareceks Gastspiel Das ist ein Theater! Begegnungen auf und hinter der Bühne nach seinem gleichnamigen Buch von 2002. Obwohl der Vorhang geschlossen bleibt, herrscht ausgelassene Stimmung. Heinz Marecek erklimmt den hohen, mit seinem Namen versehenen Regiesessel und knapp zwei Stunden vergehen wie im Flug. Er führt zurück in die Zeit der späten Wiener Kaffeehauskultur, als das Theater in der Josefstadt noch für seinen Kristallluster bekannt war. Marecek verrät, warum er sich als junger Schauspieler ab 1971 dort besonders wohl fühlte (Stichwort „Theaterpuder“), sodass er dem Haus bis 1998 treu blieb und auch als Regisseur tätig war. Zuvor, nach dem Studium am Max-Reinhardt-Seminar, begann er seine Karriere 1966 am Ateliertheater und ging zwei Jahre später an die Volksoper.

„Warum sind Sie Schauspieler geworden?“, sei eine der häufigsten Fragen. Marecek hat darauf zwei Antworten, die sein Gastspiel prägen. Zum einen sei er schon als Kind der „Einstiegsdroge“ Bewunderung verfallen, denn Künstler würden mehr bewundern als andere Menschen. Zum anderen habe er seit jeher eine Sehnsucht nach Geschichten. An diesem Abend ist er selbst der Geschichtenerzähler. Er stillt die Geschichtensehnsucht des Publikums, erntet dafür Bewunderung und jede Menge Applaus, der, wie er beteuert, wichtiger ist als die Gage – ein Blick und alles ist klar.

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Heinz Marecek (Foto: Lukas Beck)

Die Größen des Wiener Theaters

Mareceks Geschichten strotzen nur so vor illustren Namen der Wiener Theaterszene. Da geht es beispielsweise um Peter Ustinov, „Großmeister der Geschichten“ und „leidenschaftlicher Esser“ zugleich, den Psychiater Friedrich Hacker, der den wichtigsten Satz aus Hamlet anders übersetzen wollte, und um Ernst Häussermann, der im Restaurant „Linde“ seinen täglichen Stammtisch pflegte, wo Humor, Ironie und Sarkasmus frohe Urständ feierten und sogar Bruno Kreisky mitunter zu Gast war. Auch die Leiden des dortigen Obers Lehner würdigt Marecek, und er interpretiert großartig den legendären Fritz Kortner, den damals „bedeutendsten und gefürchtetsten Regisseur und Schauspieler“.
Besonders erheiternd sind die vielen Geschichten, in denen Schauspieler den Text vergessen hatten. Marecek kennt viele Schauspieler und viele von ihnen neigten zu „Hängern“, was köstliche Anekdoten über Improvisationen und Souffleusen abgibt.

Am Ende weiß man auch, dass es in Mareceks Kindheit vor Marillenknödeln immer Gemüsesuppe gab, was Eric Frey mit einem Gecko gemeinsam hat, wie der berüchtigte Kritiker Hans Weigl sich dereinst zwei Ohrfeige einfing und dass man in der Stunde der Wahrheit stets lügen muss wie gedruckt.
Marecek ist unter anderem bekannt für seine Rollen in der Lindenstraße und in SOKO Kitzbühel. 2016 erschien sein Buch Lauter lachende Lyrik. Im Theater hat er nun lauter lachende Leute vor sich. Er bietet einen lebendigen, überaus lustigen Blick hinter die Kulissen der Theaterbühnen und auf die kleinen Fehler berühmter Schauspieler. Der Schauspieler schätze den Applaus als spontane Anerkennung für sein flüchtiges Werk, meint Marecek zu Beginn, und als er von der Bühne geht, bedauert man diese Flüchtigkeit bereits.

Link zur Veranstaltung: http://www.schauspielhaus-graz.com/play-detail/das-ist-ein-theater