Das bringt die neue Spielzeit am Schauspielhaus

Welche Stücke euch in der neuen Spielzeit 2018/19 am Schauspielhaus Graz erwarten und wie ihr zum Studi-gerechten Preis in ihren Genuss kommt, lest ihr hier.

Intendantin Iris Laufenberg hat das neue Programm des Schauspielhaus Graz vorgestellt. Auch 2018/19 gibt es wieder ein Motto, unter dem die Spielzeit steht: Zukunft. Das bedeutet: 11 der 21 RegisseurInnen sind neu am Schauspielhaus, zudem gibt’s einiges an Science-Fiction, Utopien und Revolutionen. 21 Premieren, davon drei Uraufführungen und sechs österreichische bzw. deutschsprachige Erstaufführungen wird man ab 14. September 2018 zu sehen bekommen.

Eröffnet wird die Saison mit einer Bearbeitung von Ayn Rands „The Fountainhead“ aus 1943 – eine Utopie, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt. Jungregisseur Daniel Foerster gibt bei der Premiere am 14. September 2018 sein Debüt am Haus eins. In Kooperation mit dem steirischen herbst steht ab 21. September „Tram 83“ von Fiston Mwanza Mujila auf der Bühne des Haus zwei.

Raum für Begegnung: Die neue Bürger*innenbühne

Der schon aus dem Theater am Ortweinplatz bekannte Simon Windisch wird bei einem neuen Format Regie führen: „Schöne neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg“ ist einer von drei Teilen des Projekts „Bürger*innenbühne Graz“, bei dem Leute aus der ganzen Steiermark dazu eingeladen werden, ihre Gedanken zu teilen und gemeinsam mit dem Team des Schauspielhauses in ein Stück zu verpacken.

Es soll ein Raum für Austausch geschaffen werden, jeder darf seine Geschichten einbringen – beim ersten Termin zu den Themen Burnout und Boreout, beim zweiten über die Gestaltung der Zukunft und beim dritten über „Familie 2.0“ und das Zusammenleben. Ebenfalls auf Dialog zielt die Kooperation mit dem Theater im Bahnhof ab. Pia Hierzegger wird in „Österreich, wir müssen reden…“ verschiedenste Gäste interviewen.

Nestroy und die Jungen

Die ÖsterreicherInnen spielen auch 2018/19 wieder eine große Rolle. In der vorherigen Spielzeit war es Bachmannpreisträger Ferdinand Schmalz, der Couplets zu Nestroys „Der Talisman“ gedichtet hat, diese Rolle wird nun die Wiener Autorin Stefanie Sargnagel übernehmen – und zwar zu Nestroys „Einen Jux will er sich machen“. Von Schmalz wird „schlammland gewalt“ zu sehen sein; Regisseurin Claudia Bossard inszeniert die Uraufführung von Clemens J. Setz‘ „Erinnya“.

Klassiker werden nicht alt

Ohne Klassiker geht’s halt nicht. Und das Schauspielhaus wählt gleich eines der berühmtesten Trauerspiele der deutschen Literatur: „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller ist ab 25. Oktober zu sehen. Einen neuen Twist bekommt u.a. Frank Wedekinds „Lulu“, das die Tiger Lillies unter der Regie von Markus Bothe und der musikalischen Leitung von Sandy Lopičić neu interpretieren, András Dömötör nimmt sich Anton Tschechows „Kirschgarten“ an. Nachdem Jan-Christoph Gockel Büchners „Dantons Tod“ in der Spielzeit 2016/17 bereits erfolgreich behandelt hat, heißt es diesmal „Die Revolution frisst ihre Kinder! Dantons Tod in Burkina Faso“.

…und wie kann man sich das als Studi alles leisten?

Es gibt zum Glück einige Geheimtipps, wie ihr zu verbilligten oder sogar gratis Karten kommt. Theater um 5€ gibt es für jede/n, der eine halbe Stunde vor der Vorstellung mit Studierenden-Ausweis eine Restkarte ergattert (ausgenommen sind Premieren), oder bei den ÖH Stückgesprächen zu ausgewählten Terminen (Kultref-Seite auf Facebook im Blick behalten!), wo ihr im Anschluss mit den KünstlerInnen diskutieren könnt. Ein weiteres Schmankerl: Eine Eintrittskarte gilt ab der neuen Spielzeit auch als Öffi-Karte für die gesamte Steiermark, drei Stunden vor und sieben Stunden nach der Vorstellung. Zwei gratis Karten zum Stück eurer Wahl bekommt ihr als fleißige Schreiberlinge von blog4tickets. Falls ihr Interesse habt, meldet euch einfach unter: kultur@oehunigraz.at!

Diese Premieren erwarten euch:

14. September 2018: The Fountainhead (Regie: Daniel Foerster), Haus eins

15. September 2018: Fake Metal Jacket (Regie: Tom Feichtinger), Haus drei

21. September 2018: Tram 83 (Regie: Dominic Friedel), Haus zwei

5. Oktober 2018: Lulu – eine Mörderballade (Regie: Markus Bothe), Haus eins

12. Oktober 2018: Gespräche mit Astronauten. Kooperation mit der Kunstuni Graz (Regie: Suna Gürler), Haus zwei

25. Oktober 2018: Maria Stuart (Regie: Stephan Rottkamp), Haus eins

27. Oktober 2018: All das Schöne (Regie: Cara-Sophia Pirnat), Haus drei

15. November 2018: Erinnya (Regie: Claudia Bossard)

23. November 2018: Die Revolution frisst ihre Kinder! (Regie: Jan-Christoph Gockel), Haus eins

8. Dezember 2018: Österreich, wir müssen reden. Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof (Regie: Helmut Köpping), Haus zwei

14. Dezember 2018: Einen Jux will er sich machen (Regie: Dominique Schnizer), Haus eins

Jänner 2019: Schöne neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg. Bürger*innenbühne (Regie: Simon Windisch), Haus zwei

8. Februar 2019: Der Kirschgarten (Regie: András Dömötör), Haus eins

Februar 2019: Die Mitwisser (Regie: Felicitas Braun), Haus zwei

15. März 2019: Götterspeise (Regie: Jan Stephan Schmieding), Haus eins

März 2019: schlammland gewalt (Regie: Christina Tscharyiski), Haus drei

April 2019: Menschen mit Problemen, Teile I bis III (Regie: Franz-Xaver Mayr), Haus zwei

April 2019: Schöne neue Welt: Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Bürger*innenbühne (Regie: Anja Michaela Wohlfahrt), Haus drei

11. Mai 2019: Vor Sonnenaufgang (Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann), Haus eins

Mai 2019: Pfeil der Zeit (Regie: Blanka Rádóczy), Haus zwei

29. Juni 2019: Schöne neue Welt: Familie 2.0. Bürger*innenbühne (Regie: Uta Plate), Haus eins

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„Es geht um alle da draußen“

Schauspielhaus Aktiv – Eine Initiative die Menschen ans Theater führen soll. Und zwar ohne Barrieren und Restriktionen. Im Schauspielhaus Graz soll jeder die Möglichkeit haben mitzumachen und seine eigenen persönlichen Theatererfahrungen zu sammeln.

Der „place to be“ in Graz: Das Schauspielhaus wird zu einem Begegnungsraum für unterschiedliche Menschen um unterschiedliche Seiten des Theaters zu entdecken. „Schauspiel Aktiv!“ wird erweitert: Das neue Projekt heißt „Schauspielhaus Aktiv!“ und die Grundsätze bestehen vor allem daraus, Teilhabe am Theater zu schaffen, unterschiedliche Menschen einzuladen und die behandelten Themen erlebbar zu machen. Das Leitzitat „Es geht um alle da draußen“ stammt aus den Federn des Autors Thomas Melle und dessen Stück „Bilder von uns“. Das Team besteht aus Viola Novak, Julia Gratzer, Timo Staaks, Nina Häusler (Kontaktdaten siehe unten) und den Theatercoaches Birgit Bischof-Gaig, Stefan Egger und Patrick Fleith.

Mitmachen: Darum soll es bei Schauspielhaus Aktiv! gehen. Dabei ist das Konzept aufgeteilt in Mitschreiben, Mitschauen, Mitspielen und Mitsprechen, Mitlernen. Ein Auszug des Programms wurde auf der Pressekonferenz am 31. 10. Im Schauspielhaus vorgestellt. Großer Andrang herrschte bereits beim Projekt Schauspielklub 14+ und 20+. Dabei wird die gesamte Spielzeit Theatertraining angeboten; außerdem werden 9 Aufführungen gemeinsam besucht. Das Ganze für 180€. Der Schauspielklub ist für die kommende Saison bereits ausgebucht, doch das Angebot ist vielfältig und auch kostenlose Projekte werden angeboten. Beim Gamelab sollen Systeme und Spielregeln selbst gebaut werden und bei der Theaterwerkstatt besteht die Möglichkeit eine Woche lang gemeinsam ein Stück zu erarbeiten.

Aber auch diejenigen, die Interesse an den Produktionen des Haus mitbringen kommen auf ihre Kosten. Beim Theatermittwoch und beim Schauklub gibt es im Anschluss an das Stück noch eine Diskussion, wobei der Schauklub mit einem Abo verbunden ist. Auch beim StudentInnenstammtisch, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat entstanden ist, wird dieses Konzept aufgegriffen, wobei hier begrenzte Karten um 5€ pro Person angeboten werden. Für junge Erwachsene, die schreibbegeistert sind oder es noch werden wollen, wird nach wie vor die Nachwuchskritik angeboten, wobei gemeinsam Produktionen besucht werden, über die eine Rezension geschrieben wird. Der letzte Punkt besteht aus dem Mitlernen: Es wird ein Schul-Abo geben, Workshops zu den Inszenierungen, Spielzeitworkshops und vieles mehr.

Die Initiative Schauspielhaus Aktiv! steht unter dem Stern der Barrierefreiheit und soll Verbindungen schaffen. In dem Zusammenhang wird es unter anderem zudem die Schauspielstadt geben, wobei eine Brücke zwischen Theater und der Stadt Graz gebaut werden soll. Das Sprechlabor richtet sich vor allem an Personen, die Probleme mit der deutschen Sprache haben und soll diesen dabei helfen, diese zu überwinden. Das komplette Programm kann man hier nachlesen und Kontaktinformationen gibt es hier.

Next Liberty: Blick auf die neue Spielzeit

„Die Fantasie irrt sich nie“, steht in Leuchtbuchstaben über den Pforten des „Next Liberty – Kinder und Jugendtheater“ geschrieben. Mit diesen vielversprechenden Worten im Rücken, darf die kommende Spielzeit samt Programm ab sofort unter die Lupe genommen werden.

Das druckfrische Spielzeitbuch 2017/18 liegt auf und läutet das kommende  Theaterjahr ein: Unter dem Motto „HINBLICK – BLICK HIN“! wird es auch in Zukunft wieder wertvolle Theatermomente für alle Altersklassen geben. Nicht wegzuschauen und das Hinterfragen diverser gesellschaftlicher Aspekte soll laut Intendant Michael Schilhan nicht zu kurz kommen:

Hinblicken erfordert, einen Fokus zu setzen, sich auf ein Detail zu konzentrieren, etwas Besonderes mitzubedenken, innezuhalten, wertzuschätzen – und das in einer Zeit, in der permanent viele Bilder und Eindrücke auf uns einwirken, uns einnehmen, ablenken und sofern wir es zulassen – oft zu vorschnellen Urteilen verführen.

Der Startschuss der neuen Saison fällt am 23. September mit der Premiere von „König Artus“. Unter der Regie von Georg Schütky, der in der vergangenen Spielzeit ,,Krieg. Stell dir vor, er wäre hier“ inszenierte, wird dem sagenumwobenen Stoff neues Leben eingehaucht. Es folgt ein Ausflug in die Märchenwelt – auf „Gestiefelter Kater“ und „WOLF oder Rotkäppchens Entscheidung aus dem Bauch heraus“, dürfen sich Freunde der Grimm’schen Geschichten bereits jetzt schon freuen.

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Aus der Schmiede von Künstlerin Evelyn Loschy (c) Lupi Spuma

 

Auch ein Blick auf die Produktion ,,Die tollkühnen Abenteuer des Baron Münchhausen“ lohnt sich. In Zusammenarbeit mit Kinderbuchautor Heinz Janisch wird die Inszenierung – wie in der letzten Spielzeit „Patricks Trick“ – von GebärdensprachendolmetscherInnen übersetzt werden, um somit Barrieren abzubauen. Mauern einreißen soll auch Friedrich Torbergs ,,Schüler Gerber“. Der Klassiker der österreichischen Literatur greift das Thema rund um das Scheitern im Bildungssystem auf und wird in Felix Mitterers Bühnenfassung aufgeführt.

Um „tanzende Buchstaben“ wird es im Kinderstück „Ginpuin. Auf der Suche nach dem großen Glück“ gehen. Der kleine „warz schweiße“ Pinguin mit Sprachfehler möchte das Herz der kleinen und großen Besucher erwärmen. Recht hitzig geht es unterdessen in „Die Tanten“ zu. Mit jeder Menge Pointen im Gepäck soll die Komödie über innerfamiliäre Konflikte von Roel Adams dafür sorgen, dass kein Auge trocken bleibt. Man darf gespannt sein!

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Mehr Informationen gibt es hier: http://www.nextliberty.com/