Mahlzeit!

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Foto: Lupi Spuma

Ein Projekt von Bürger*innen für Bürger*innen im Schauspielhaus Graz. Das Stück „Schöne neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg“ schöpft aus den Erfahrungen und Erlebnissen der Mitwirkenden und überzeugt mit Keksen, Klischees und einer Neigung zum Absurden das Publikum im Haus zwei.

Unter der Regie von Simon Windisch stehen neun sportliche Menschen auf der Bühne, die eigentlich keine Schauspieler sind. Sie sind Mitspieler*innen des Projekts Bürger*innenbühne des Schauspielhauses und verpacken die alltäglichen Themen ihres Berufsleben in ein humorvolles Stück, das zum Nachdenken anregt.  

Ob es das ewige Sitzen am Computer, der Klatsch und Tratsch beim Kaffee in der Pause oder die ermüdende Routine eines 40 Stunden Jobs ist, jeder Berufstätige und jede Berufstätige kennt es. Highlights wie die neueste Version der Tetris-App oder ein kreatives Teambuilding-Projekt werden thematisiert. Doch für Leonce und Lena gibt es keinen Platz auf der Bühne.

Ein Stück im Stück:
Ob Leonce und Lena den Ausweg aus dem Burn- und Boreout finden, ist bis zum Schluss unklar. Fakt ist, dass Büchners Stück nur ein kleiner Teil des Stücks ist. Der Text dient als Vorlage für die Mitarbeiter der Abteilung, die das Lustspiel für besseren Zusammenhalt inszenieren und aufführen sollen. Das Publikum ist live dabei. Allerdings kommt es zu den klassischen Diskussionen im Team und letztendlich wird das Projekt abgebrochen.

Doch auch ohne Büchners berühmte Worte sind die Spieler*innen aussagekräftig. Gundula Biermann, Magdalena Hanetseder, Julia Katholnig, Kenan Kokic, Caroline Oswald-Fleck, Leo Rögner, Hannes Schauer, Ute Stampfer-Jungreithmaier und Donata Trinkl tippseln und tappseln aktiv über die Bühne. Nicht nur die schauspielerische, sondern auch die sportliche Leistung ist bemerkenswert, da das Bühnenbild von Rosa Wallbrecher einem kleinen Klettergarten gleicht. Die übertrieben breitschultrigen Anzüge sind dabei nicht selten im Weg. Alles ist grau in grau und am Ende ergraut auch der einzige Lichtblick: ein schmaler Streifen blauen Himmels.


Ein gelungenes Stück, das seinen Platz auf der Bühne durch vollen Körpereinsatz aller verdient hat. Und auch die Kekse, die zu Beginn ausgeteilt werden, sind zu empfehlen!

Link zum Reinschauen: https://www.youtube.com/watch?v=lqYmNMl0Ch4&feature=youtu.be

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(c) Lupi Spuma

Deine Geschichte auf der Schauspielhaus-Bühne

Das Schauspielhaus Graz bittet für das neue Projekt „Bürger*innenbühne“ ExpertInnen des Alltags zu Wort. Es werden Menschen gesucht, die bereit sind, ihre Geschichten in eine der drei Produktionen einfließen zu lassen – und selbst mitzuspielen!

Du wolltest schon immer einmal Bühnenluft schnuppern, bei einem professionellen Probenprozess dabei sein und deine Ideen einbringen? Das Schauspielhaus will mit der „Bürger*innenbühne“ einen Raum der Begegnung und des Diskurses schaffen, in dem jede/r willkommen ist. Gesellschaftliche Gräben sollen durch Zusammenarbeit zugeschaufelt werden: Egal ob Jung oder Alt, Studi oder Vorstandsvorstand, Österreicher*innen oder Migrant*innen, in Graz und der ganzen Steiermark – alle arbeiten an der gemeinsamen Vision einer „Schönen neuen Welt“.

Drei Produktionen zu verschiedenen Bereichen des Themas „Zukunft“ werden in der Spielsaison 2018/19 auf den drei Bühnen zu sehen sein. Den Auftakt macht Regisseur Simon Windisch am Haus 2 mit „Leonce und Lena suchen einen Ausweg“: Der Alltag zwischen Langeweile und Leistungsdruck, zwischen „burnout und boreout“ soll hier verhandelt werden. Davon können Studis nur ein Lied singen, denn die Prüfungen und Seminararbeiten tauchen bekanntlich immer alle auf einmal auf!

Infoveranstaltung: 15. September 2018; Auswahlworkshop: 22./23. September; Probezeit: 16. November – Jänner; Premiere: Jänner 2019; Kontakt: julia.gratzer@schauspielhaus-graz.com

„Träumen Androiden von elektronischen Schafen?“ lautet der wohlklingende Titel der zweiten Produktion mit Regisseurin Anja Michaela Wohlfahrt am Haus 3. Hierfür werden Menschen gesucht, die die Zukunft aktiv mitgestalten, egal ob politisch, technisch oder sozial – es geht um die Welt von morgen und Visionen dieser.

Infoveranstaltung: 12. Jänner 2019; Auswahlworkshop: 19./20. Jänner; Probezeit: 25. Februar bis April; Premiere: April 2019; Kontakt: timo.staaks@schauspielhaus-graz.com

Am großen Haus 1 wird schließlich das Thema „Familie 2.0“ von Regisseurin Uta Plate bearbeitet – ein riesiger Themenblock, der jede/n betrifft. Die Vergangenheit aufarbeiten, die Gegenwart analysieren und die Zukunft gestalten – egal ob als traditionelle Kleinfamilie, alternative Lebensgemeinschaft oder Regenbogenfamilie. Hat der Generationenvertrag noch Gültigkeit? Welche Modelle des Zusammenlebens sind in Zukunft möglich? Welchen Traditionen folgen wir, welche brechen wir? Ein bunter Haufen wird für „Familie 2.0“ gesucht!

Infoveranstaltung: 9. März 2019; Auswahlworkshop: 16./17. März; Probezeit: 1. April bis 28. Juni; Premiere: 29. Juni 2019; Kontakt: viola.novak@schauspielhaus-graz.com

Wie kann ich mitmachen?

Die einzigen Erfahrungen, die zum mitmachen nötig sind, sind jene aus dem eigenen Leben! Einfach zu den angegebenen Daten der Infoveranstaltungen jeweils um 18 Uhr im Foyer des Schauspielhauses anwesend sein und/oder unter den angegebenen E-Mail-Adressen voranmelden. Viel Spaß wünscht das Kulturreferat der ÖH Uni Graz!

Weitere Infos hier!