Show Me! – Musical-Gala

BILD: Dionne Wudu, Bettina Mönch und Katja Berg © Oliver Wolf

Die Saison geht zu Ende und bevor alle in den wohlverdienten Sommerurlaub starten, gaben die Musical-SängerInnen der Grazer Oper bei der Musical Gala „Show Me!“ nochmal alles. Der Saal tobte und es riss alle von den Stühlen. Es wurde gesungen, getanzt und gejubelt. Da lässt sich nur sagen: „Show me!“ again!

Am 22. und 23. Juni fand an der Oper Graz die große Musical-Gala statt und begeisterte das Publikum voll und ganz. Eine Reise durch die Nachtclubs von Chicago und über die Dächer von New York begann und wurde begleitet von Liedern wie „One Night Only“ aus „Dreamgirls“! Die Lieblingsstars aus „Evita“, „Funny Girl“, „Chess“, „Ragtime“ und „Kiss me Kate“ (Monika Staszak/Dionne Wudu/Bettina Mönch/Alvin Le-Bass/Nikolaj Alexander Brucker/Frederike Haas/Katja Berg) sangen ihre besten Songs und wurden von den Grazer Philharmonikern unter der Leitung von Tom Bitterlich hervorragend begleitet. Die Musical-Reise ging weiter bis über die Regenbögen. Als man wieder in der  Oper angekommen war, suchte man gespannt nach dem Phantom der Grazer Oper im Saal. Anschließend folgten einige Lieder, bei denen sich keiner mehr auf den Stühlen halten konnte und es wurde getanzt und mitgesungen.

Nach dieser wunderbaren Show war klar: „There Is No Business Like Showbusiness“.

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Klassik-Fans, zückt die Terminkalender!

204 Spielzeiten hat der Grazer Musikverein hinter sich, in der 205. dreht sich alles um Frieden und Menschenrechte (und Beethoven). Es wird jung, international und hochkarätig. Diese Auswahl solltet ihr euch merken.

Da ging ein lautes Raunen durch die Reihen bei der Programmpräsentation im Stefaniesaal: Der Shooting-Star der Klassik-Szene, die chinesische Pianistin Yuja Wang, beehrt endlich Graz! An ihrer Seite steht das kolumbianische Energiebündel Andrés Orozco-Estrada am Pult der Wiener Philharmoniker, am Programm: Rachmaninow und Dvořák. Klassik-Fans, packt die Kalender aus: am 16. Oktober habt ihr um 19.30 einen Termin namens 2. Festkonzert.

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Die wunderbare Yuja Wang kommt nach Graz (c) Norbert Kniat

 

Bei dem einen Termin wird es aber nicht bleiben, denn Saison 205 hat noch andere Programm-Asse im Ärmel. Beim 4. Festkonzert im März 2020 wird der Stefaniensaal zum wohl schönsten Kino Österreichs (mindestens!), wenn sich der Musikverein und das Diagonale-Filmfestival verbrüdern: Zum Thema Menschenrechte ertönen Werke von Edward Elgar, Astor Piazolla und Claude Debussy mit Friedrich Kleinhapl am Cello.

Auch Star-Tenor Juan Diego Flórez beehrt den Musikverein wieder, und zwar beim 3. Festkonzert; Christina Pluhar und Ensemble geben mit Rolando Villazón Monteverdis „L’Orfeo“ als 5. Festkonzert.

Nachwuchs blüht auf

Die Saisoneröffnung gehört übrigens den Jungen – und setzt ein starkes Zeichen: Oksana Lyniv dirigiert das von ihr gegründete Youth Symphony Orchestra of Ukraine zu Beethovens 9. Symphonie. Jung und spritzig wird es auch beim 1. Festkonzert der Saison: Die Sommerakademie der Wiener Philharmoniker gibt Mozarts „La finta giardiniera“ zum Besten, im Oktober kommen sie mit Daniel Froschauer auf der Violine und Michael Werba am Fagott für einen Mozart-Abend gleich wieder.

Europa und Jugend und Menschenrechte heißen die Stichwörter, unter denen im Mai 2020 Orchester der Konservatorien aus Triest, Ljubljana und Graz gemeinsam – richtig: Beethoven! – musizieren. Für Familien und junge Hörer*innen ist für die Reihe Amabile die Ballettakademie der Wienerstaatsoper mit der „Puppenfee“ zu Gast, das Fux-Konservatorium bringt Mozarts „Zauberflöte“.

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Percussion meets Klassik: Solist Martin Grubinger (c) Simon Pauly

 

Orchester und Solisten

20 Orchester-Abende bilden das Fundament der Saison. Zehn davon bestreiten die Grazer Philharmoniker, daneben sind auch die Wiener Symphoniker und das ORF-Radiosymphonieorchester wieder da. Sehr interessant: Beim 6. Orchesterkonzert widmen sich das Orchester und die Big Band der Kunstuni Graz mit Thomas Quasthoff den großen Amerikanern Leonard Bernstein und George Gershwin.

Im Solisten-Zyklus vertreten ist etwa Artist-in-Residence-Pianist Fazıl Say, der „Brückenbauer zwischen Orient und Okzident“, wie ihn Generalsekretär Michael Nemeth nennt. Im Jänner spielt er neben Mozart und Beethoven auch seine eigenen Kompositionen, im April begleitet ihn das Minetti-Quartett. Weiters solo zu Gast: Grigory Sokolov, Rudolf Buchbinder und Percussion-Wunder Martin Grubinger.

Die Liederabende sind nicht weniger prominent besetzt: Helmut Deutsch begleitet die Tenöre Piotr Beczała und Mauro Peter, Sopranistin Krassimira Stoyanova singt mit Anneleen Lenaerts auf der Harfe. René Pape und Philippe Jaroussky kommen ebenfalls nach Graz. Kammermusikalisch wird es mit The Wave Quartet, Belcea Quartet oder Emerson String Quartet.

Tickets für die Festkonzerte sind ab 2. April erhältlich, für Abo-Konzerte ab 3. September. Für Studierende unter 27 Jahren sind sie 50% vergünstigt, Restkarten gibt es um 5 Euro.

Männerschicksale im Musikverein

Marek Janowski, einer der renommiertesten deutschen Dirigenten, brachte Instrumentales aus Wagneropern, sowie Beethovens Eroica zur Aufführung.

Marek Janowski (c) Felix Broede

Die vielgeschätzte Programmauswahl und die glanzvolle Leitung des Grazer philharmonischen Orchesters gab gleich mehrfach Anlass für einen wohlfüllten Stefaniensaal vergangenen Montag. Den Auftakt bildete die Ouvertüre zum fliegenden Holländer, dessen wogendes Schicksal in unsteter Fahrt auf dem Meer gefangen zu sein, unmittelbar füllig in die Ohren der Zuhörer hereinbrach. In unstillbarem Verlangen folgte darauf der Liebestod aus Tristan und Isolde. Das Vorspiel der wegweisenden Oper nimmt dabei das schwere wenn auch befreiende Schicksal des unglücklichen Brautwerbers wenn auch nicht lebendig doch aber im Tod vereint zu sein dem Schlusssatz, der Verklärung, vorweg.
Das Orchester schlug sich im Allgemeinen wacker unter dem Taktstock des gebürtigen Warschauers. Besonders die Streicher zeigten sich in den von der obligaten Bassklarinette eingeleiteten Pianopassagen von ihrer besten Seite, wenngleich sich die Ruhe nicht voll auf die große Zuhörerschaft auszubreiten vermochte.
Marek Janowski dirigierte aus erfahrenem Gedächtnis mit großer Sorgfalt. Ausdrucksstarke fächelnde Gesten mit der Hand und laufende Korrektur in allzu eindeutigen Blicken verliehen dem Gebotenen neue Dynamik. Das äußerte sich besonders in Beethovens dritter Symphonie. Auf deren konservativ recht langsam, etwas gedämpft gebotenen ersten Satz folgte Dramatisches und vielfältig Tänzerisches mit großer Nähe zum Publikum.
Das bekannte Werk, vorerst Napoleon Bonaparte im Vorhaben nach Paris zu übersiedeln gewidmet, erzählt wohl auch vom Schicksal mindestens einer Persönlichkeit. Beethoven schreibt dazu in der Erstausgabe: „komponiert zur Feier des Andenkens eines großen Mannes“.

Weitere Informationen zum Konzert und andere Veranstaltungen im Musikverein unter:
http://www.musikverein-graz.at/konzert/9-orchesterkonzert-7/