I’m NOT Batman

BILD: Anna Brull (Prinz Orlofsky), Alexander Geller (Gabriel von Eisenstein), Ivan Oreščanin (Dr. Falke), Chor der Oper Graz

Die Fledermaus von Johann Strauß stellt die Grazer Oper auf den Kopf und alles mit der Begründung „Champagner hat’s verschuldet.“. Die bekannte Operette zieht Zuschauer immer wieder an, doch diese Inszenierung ist besonders anders. Regisseur Maximilian von Mayenburg lädt das Publikum als Gäste der Fledermaus in die Oper ein. Was das heißt? – Es wird eine „b’soffene G’schicht”.

Gabriel von Eisenstein (Alexander Geller) hat während eines feuchtfröhlichen Maskenballs seinen Freund Dr. Falke (Ivan Oreščanin) zum öffentlichen Gespött gemacht, denn er ließ ihn kostümiert als Fledermaus in einem Park seinen Rausch ausschlafen. Dies lässt Dr. Falke nicht auf sich sitzen und schmiedet Rache: Er lockt seinen Freund, deren Gemahlin Rosalinde (Elissa Huber) und das Stubenmädel Adele (Sieglinde Feldhofer) auf den Maskenball des Prinzen Orlofsky. Dadurch wird Gabriel der Antritt zu seiner siebentägigen Arreststrafe verwehrt.

Die Champagnerkorken knallen und der Alkohol fließt in Strömen – auch im Publikum – bis Dr. Falke seinen Racheplan bekannt gibt…

Das satirische Stück hält nicht nur der Wiener High-Society den Spiegel vor, sondern bekrittelt die Gesellschaft auf mehreren Ebenen. Bissiger Wiener Schmäh und hemmungslose Parties treffen auf belehrende Szenen, die die Auswirkungen des Fehlverhaltens der Figuren den Zuschauern vor Augen führen. Dr. Falke wurde damals im Park Opfer massiver Gewalt und landete dadurch im Rollstuhl. Seine Rache ist makaber, denn er gibt vor, alle Gäste vergiftet zu haben und ein Countdown, der die (vermeintlich) letzte Stunde zeigt, wird aufgehängt.

Regisseur Maximilian von Mayenburg bringt Die Fledermaus nicht nur auf die Bühne, sondern auch ins Publikum. Darsteller betreten die Bühne von allen Eingängen aus und sind für die Zuschauer hautnah erlebbar. Der sonst so dunkle Zuschauerbereich wird mit bunten Leuchtstoffröhren zur Mini-Disco in sich und verbreitet Feierstimmung. Nach ein paar Gläschen Champagner von Dr. Falke wird das Ganze zu einer „b’soffenen G’schicht” und ein Abend, den man nicht so schnell vergisst.

Bis Februar in der Grazer Oper. Tickets und Infos hier.

Les Ballets Trockadero de Monte Carlo in Graz

BILD: © Sascha Vaughan

Les Ballets Trockadero de Monte Carlo sind international bekannt und im Juni auch in Graz zu sehen. Die ausschließlich aus Männern bestehende Truppe tanzt große Klassiker wie Schwanensee oder Raymonda und verleiht ihnen mit ihrer Komik einen ganz eigenen Touch. Die Tänzer begeistern Ballettkenner sowie Tanzneulinge mit ihrer Grazie und gleichzeitig überspitzten Tollpatschigkeit. Ein Ballett für jedermann!

In Spitzenschuhen der Größe 47 tanzt das Ensemble in einer scheinbar anderen Welt des Balletts und begeistert das Publikum durch ihr hohes tänzerisches Niveau, ihr aufwändiges Make-up und ihre entzückenden Kostüme. Immer wieder mischen sich komische Elemente ein,  die das Ganze auflockern und umso unterhaltsamer machen.

Im Sommer 2019 ist die Gruppe für ein exklusives Gastspiel zum ersten Mal vom 25. bis 30.06.2019 an der Oper Graz.

2007 wurden Les Ballets Trockadero de Monte Carlo mit dem „National Dance Award“ des Critics’ Circle in London und dem renommierten „Positano Premia la Danza – Léonide Massine“- Preis ausgezeichnet. 2017 war das Ensemble bei den „UK National Dance Awards“ als „Beste Compagnie“ nominiert und auch in der Kategorie „Bester Tänzer“ konnte sich einer ihrer Solisten gegen Mitglieder u.a. des Royal Ballet durchsetzen.

Die Tanzgruppe trat schon in mehr als 600 Städten und über 35 Ländern der Erde auf und ist bekannt für ihre unnachahmliche Vereinigung von großer Kunst und göttlichem Humor.

„Für Ballettfans wie Tanzneulinge gleichermaßen großartig“ – jubelte die New York Times.

Die Süddeutsche Zeitung befand: „Die Trocks sind Kult!“

Mehr Infos zu Les Ballets Trockadero de Monte Carlo: hier.

Erzählung aus dem Bauch heraus – WOLF

Es war einmal vor langer Zeit – im Herbst 2017 –  als „WOLF oder Rotkäppchens Entscheidung aus dem Bauch heraus“ Premiere im Next Liberty feierte. Und seitdem war sicher, dass es nicht nur bei einer Vorstellung bleibt, denn auch in dieser Saison erzählt Christoph Steiner das bekannte Märchen ganz oft im Next Liberty Wald!

Die Geschichte des Rotkäppchen ist jedem bekannt und man scheint zu wissen, was auf einen zukommt, doch der Schein trügt. Hier wird keine fade Gute-Nacht-Geschichte à la Grimm erzählt, sondern ein witziges Abenteuer, in dem man mitfiebert und in einem  gewissen Maße mitspielt.

Auf der Bühne steht ein Wald oder besser gesagt stehen mehrere kurze, kleine Baumstämme. Während das Publikum seine Plätze sucht, spielen die vier Musiker vergnügt. Doch da ist noch jemand, der etwas ganz verzweifelt sucht. Er sucht am Boden, sucht am  Balkon, zwischen  dem Publikum und auf der Bühne. Es ist der Erzähler (Christoph Steiner). Bevor der Grund seiner Verzweiflung genannt wird, beginnt er zu erzählen, wie alles begann: Vor langer, langer, langer  Zeit. 

Rotkäppchen, das zu Beginn – ach so bekannte – Sprüche von Müttern zitiert, wird zur Großmutter geschickt. Jedoch wird dies zum Balanceakt, denn der Wolf, dessen Figur herrlich gruselig dargestellt wird, schafft es, das Mädchen durch luftige, runde Blümchen vom Weg abzubringen. In der Zwischenzeit bekommt die (ziemlich fitte) Oma, die von Christoph Steiners Rückseite sehr gut gespielt wird, Besuch vom Wolf. Es ist ja nicht so, als hätte man das Kind nicht gewarnt. Eine schrille Krähe, die auch Fluglehrer ist, rät Rotkäppchen, nicht in den Wald zu gehen. Und ein Maulwurf, der verblüffende Ähnlichkeiten mit einem Knie hat, zeigt nicht nur seine Tanzkünste, sondern versucht das Rotkäppchen mittels Luftballontier zu warnen. Alles hilft nichts, denn nach einem Tango mit der haarigen Omi wird das Mädchen zum Nachtisch. Im Bauch des Vierbeiners finden sich alle wieder. Musiker, Erzähler, Rotkäppchen, Oma und das Publikum stecken alle fest! Doch dann gehen die Türen des Saals auf und alle stürmen hinaus ins Foyer – Freiheit!

Ein besonderes Stück, das nicht nur durch den Wortwitz und den vollen Körpereinsatz von Christoph Steiner unterhält, sondern auch durch die Interaktion mit dem Publikum Jung und Alt vollkommen begeistert.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie dieses Stück (bitte) noch lange, lange, lange Zeit!