Die Ohren voller Lebensfreude

Beim 4. Festkonzert im Stefaniensaal boten das Sinfonieorchester und der Chor des Johann-Joseph-Fux-Konservatoriums mit den SolistInnen Ildikó Raimondi und Clemens Unterreiner einen Operettenreigen getreu dem Motto „Karneval in Graz“.

Die Zeit rund um den Karneval steht für Unbeschwertheit, Spaß und Genuss – Gefühle, die dieses 4. Festkonzert prägten. Das junge Sinfonieorchester zeigte sich unter der Leitung von Dirigent Thomas Platzgummer von seiner besten Seite und entführte mit den Stars der Wiener Staatsoper das Publikum, selbst eine gute Mischung aus Jungen und Jung gebliebenen, in die lustige Faschingszeit.

Auf dem Programm standen nicht schnulzige Karneval-Hits, sondern eine vielseitige Auswahl. Eröffnet wurde mit der klassisch-blasmusikalisch gehaltenen „Festlichen Fanfare“ von Robert Stolz, dem großen Grazer Komponisten der Lebensfreude. Nicht nur für ihn war dieses Festkonzert eine Heimkehr, denn Bariton Clemens Unterreiner feierte sein Debüt im Musikverein Graz. Passend dazu widmete er das Lied „Ich hab mich tausendmal verliebt, immer in die eine“ von Stolz der Stadt an der Mur, in der er viel Zeit seiner Kindheit verbrachte.

 

Romantische Klänge, diesmal u.a. aus der Feder von Carl Millöcker, dominierten auch den ersten Teil: Von Unterreiner hieß es „Ach, ich hab sie ja nur auf die Schulter geküsst“, das komödiantisch und mit dem Publikum witzelnd zum besten gegeben wurde. Gefühlvoll und fein interpretierte Sopranistin Ildikó Raimondi „Ich schenk mein Herz“, drohte dabei jedoch vom Orchester oft übertont zu werden. Die energetische „Pique-Dame“-Ouvertüre von Franz von Suppé und Joseph Gungls verträumter „Hydrophatenwalzer“ komplettierten die erste Hälfte des Abends.

Operetten-Schmankerl mit viel Witz, die großartigen Leistungen des jungen Sinfonieorchesters sowie des Chores und nicht zuletzt die erwartungsgemäß qualitätsvollen Interpretationen von Ildikó Raimondi und Clemes Unterreiner beendeten den Abend zurecht mit stehenden Ovationen.

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