Hüpfende Katzen und gackernde Hühner

Hier werden Kinderherzen zum Lachen gebracht: Das Theater Feuerblau zeigt ab sofort „Findus zieht um“.

Man kennt sie, die lustigen Geschichten rund um Pettersson und seinen kleinen Kater Findus. Die beiden verbindet eine familiäre Freundschaft. Doch auch in einer solcher, kann es ab und an zu Konflikten kommen. Der Kater Findus liebt es, morgens um vier Uhr auf seinem Bett herumzuhüpfen, denn „Kater brauchen ihre Morgengymnastik“. Pettersson hingegen liebt es auszuschlafen und hält das Gequietsche des Bettes nur sehr schwer aus.

Eine Lösung ist schnell gefunden: Das alte Klo im Garten bietet sich perfekt an, um daraus ein eigenes Haus für die Katze zu bauen. Problem gelöst, oder? Nicht ganz. Denn Pettersson merkt schnell, dass sein Haus ohne den quirligen Kater ganz schön leer ist. Auch die Katze muss bald erkennen, dass ihm sein eigenes zu Hause zwar viel Freiraum bietet, es jedoch allein in der Nacht ganz schön gruselig sein kann…

(c) Clemens Nestroy

Liebevoll inszeniert das Theater Feuerblau die Geschichte für alle Kinder ab vier Jahren. Dass die Themen rund um eigenen Freiraum und Zusammenhalt die jungen Gäste bewegen, ist an den Publikumsreaktionen nicht zu verkennen. Mitgerissen rufen die Kinder den beiden Darstellern zu und wollen den Protagonisten die Lösungen für ihre Probleme vorsagen. Der liebevolle Umgang mit dem aufgeregten Publikum durch Klaus Seewald und Monika Zöhrer ist nur einer von vielen Gründen, der dieses Stück zu einer empfehlenswerten Erfahrung für die ganze Familie macht. Hier ist wirklich Platz für Kinder – vor und zwischendurch gegebenenfalls auch auf der Bühne.

Auch schauspielerisch ist der Nachmittag im FRida und freD Knopftheater ein richtiger Hingucker: Klaus Seewald sorgt für herzhaftes Kinderlachen, wenn er mit den Stoffhühnern über die Bühne flitzt und Monika Zöhrer ist als frecher Findus offenbar geschaffen für die Rolle des aufgeweckten Katers.

Zusätzlich sorgen märchenhaftes Schattenspiel und Slapstick-Momente für ein buntes Theatererlebnis. Familientheater, das für viele Lacher sorgt, aber auch Themen anspricht die Kinder und Eltern bewegen. Große Empfehlung.

Alle Infos und Termine: http://www.theaterfeuerblau.at/findus-zieht-um/

Die inneren Werte zählen – Die Schöne und das Biest

Bild: Christoph Steiner als das Biest und Simone Leski als Belle © Lex Karelly Photography

In dieser Saison bringt das Next Liberty eine der bekanntesten Liebesgeschichten auf die Bühne und macht Disney damit Konkurrenz. Die Inszenierung des Stückes „Die Schöne und das Biest“ stammt von Natascha Grasser und lässt die französische Erzählung in neuem Glanz und Glitzer erstrahlen.

Nachdem sich Belles Vater (Martin Niederbrunner) im Wald verirrt hat, findet er Unterschlupf im Schloss des Biestes (gespielt von Christoph Steiner). Das Biest, das einst der hübsche Prinz Philipp war, ist dem Mann zunächst postiv gestimmt. Als er jedoch versucht, die Rose zu stehlen, erzürnt das Biest und verlangt die Auslieferung von Belle. Nach einigen holprigen Dinner-Dates schließt die hübsche Belle (Simone Leski) das riesige Fellknäuel ins Herz und ein Happy-End scheint in Sicht.

Zu Weihnachten liegt Belles Vater jedoch krank im Bett und sie muss zu ihm. Bevor sie losgeht, verspricht sie Philipp, wieder zu ihm zurück zu kehren. Nach einiger Zeit zuhause vergisst Belle beinahe ganz auf ihr Versprechen und eilt besorgt zurück zu dem Biest, denn sie fürchtet, dass dieses breits tot ist. Im Schloss trifft sie jedoch nicht mehr auf das Biest, sondern auf Philipp in seiner ursprünglichen Form – den Prinzen.

Der Liebesgeschichte wurde eine niedliche Rahmenhandlung verliehen, in der zwei Feen die Geschichte erzählen. Die Kostüme der Feen sind bunt chaotisch, genau so wie sie selbst. Auch das Kostüm des Biests ist anders als gedacht, denn ein brauner Zottelbär mit goldenem Schnabel macht das Biest zu einer sehr eigenen Gattung Tier. Das Bühnenbild bezaubert durch magische Elemente und besonders die Sandkunstbilder beeindrucken die Zuschauer. Musikalisch vermisst man die bekannten Lieder aus der Disney-Verfilmung sondern bekommt nur das Klagelied einer Fee zu hören.

„Das Schöne und das Biest“ ist ein entzückendes Stück, das die Zuschauer in die französische Welt Belles führt und zeigt, dass die inneren Werte zählen.

Erzählung aus dem Bauch heraus – WOLF

Es war einmal vor langer Zeit – im Herbst 2017 –  als „WOLF oder Rotkäppchens Entscheidung aus dem Bauch heraus“ Premiere im Next Liberty feierte. Und seitdem war sicher, dass es nicht nur bei einer Vorstellung bleibt, denn auch in dieser Saison erzählt Christoph Steiner das bekannte Märchen ganz oft im Next Liberty Wald!

Die Geschichte des Rotkäppchen ist jedem bekannt und man scheint zu wissen, was auf einen zukommt, doch der Schein trügt. Hier wird keine fade Gute-Nacht-Geschichte à la Grimm erzählt, sondern ein witziges Abenteuer, in dem man mitfiebert und in einem  gewissen Maße mitspielt.

Auf der Bühne steht ein Wald oder besser gesagt stehen mehrere kurze, kleine Baumstämme. Während das Publikum seine Plätze sucht, spielen die vier Musiker vergnügt. Doch da ist noch jemand, der etwas ganz verzweifelt sucht. Er sucht am Boden, sucht am  Balkon, zwischen  dem Publikum und auf der Bühne. Es ist der Erzähler (Christoph Steiner). Bevor der Grund seiner Verzweiflung genannt wird, beginnt er zu erzählen, wie alles begann: Vor langer, langer, langer  Zeit. 

Rotkäppchen, das zu Beginn – ach so bekannte – Sprüche von Müttern zitiert, wird zur Großmutter geschickt. Jedoch wird dies zum Balanceakt, denn der Wolf, dessen Figur herrlich gruselig dargestellt wird, schafft es, das Mädchen durch luftige, runde Blümchen vom Weg abzubringen. In der Zwischenzeit bekommt die (ziemlich fitte) Oma, die von Christoph Steiners Rückseite sehr gut gespielt wird, Besuch vom Wolf. Es ist ja nicht so, als hätte man das Kind nicht gewarnt. Eine schrille Krähe, die auch Fluglehrer ist, rät Rotkäppchen, nicht in den Wald zu gehen. Und ein Maulwurf, der verblüffende Ähnlichkeiten mit einem Knie hat, zeigt nicht nur seine Tanzkünste, sondern versucht das Rotkäppchen mittels Luftballontier zu warnen. Alles hilft nichts, denn nach einem Tango mit der haarigen Omi wird das Mädchen zum Nachtisch. Im Bauch des Vierbeiners finden sich alle wieder. Musiker, Erzähler, Rotkäppchen, Oma und das Publikum stecken alle fest! Doch dann gehen die Türen des Saals auf und alle stürmen hinaus ins Foyer – Freiheit!

Ein besonderes Stück, das nicht nur durch den Wortwitz und den vollen Körpereinsatz von Christoph Steiner unterhält, sondern auch durch die Interaktion mit dem Publikum Jung und Alt vollkommen begeistert.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie dieses Stück (bitte) noch lange, lange, lange Zeit!