Show Me! – Musical-Gala

BILD: Dionne Wudu, Bettina Mönch und Katja Berg © Oliver Wolf

Die Saison geht zu Ende und bevor alle in den wohlverdienten Sommerurlaub starten, gaben die Musical-SängerInnen der Grazer Oper bei der Musical Gala „Show Me!“ nochmal alles. Der Saal tobte und es riss alle von den Stühlen. Es wurde gesungen, getanzt und gejubelt. Da lässt sich nur sagen: „Show me!“ again!

Am 22. und 23. Juni fand an der Oper Graz die große Musical-Gala statt und begeisterte das Publikum voll und ganz. Eine Reise durch die Nachtclubs von Chicago und über die Dächer von New York begann und wurde begleitet von Liedern wie „One Night Only“ aus „Dreamgirls“! Die Lieblingsstars aus „Evita“, „Funny Girl“, „Chess“, „Ragtime“ und „Kiss me Kate“ (Monika Staszak/Dionne Wudu/Bettina Mönch/Alvin Le-Bass/Nikolaj Alexander Brucker/Frederike Haas/Katja Berg) sangen ihre besten Songs und wurden von den Grazer Philharmonikern unter der Leitung von Tom Bitterlich hervorragend begleitet. Die Musical-Reise ging weiter bis über die Regenbögen. Als man wieder in der  Oper angekommen war, suchte man gespannt nach dem Phantom der Grazer Oper im Saal. Anschließend folgten einige Lieder, bei denen sich keiner mehr auf den Stühlen halten konnte und es wurde getanzt und mitgesungen.

Nach dieser wunderbaren Show war klar: „There Is No Business Like Showbusiness“.

Ende des Lebens, 3 Buchstaben: EHE – Polnische Hochzeit

Bild: Josef Forstner (Baron Mietek Oginsky), Ivan Oreščanin (Casimir von Kawietzky), Chor der Oper Graz © Werner Kmetitsch

Glitzernd glänzend verzaubert die Operette „Polnische Hochzeit“ von Joseph Beer, inszeniert von Sebastian Ritschel, die Zuschauer der Grazer Oper mit samtig- seidenen Kostümen, vielseitiger Musik und einem Bühnenbild zum Anbeißen. 

Eine Hochzeit, die ist fein, doch in Polen niemals klein! Der Freiheitskämpfer Graf Boleslav reist unter falschem Namen zurück in seine Heimat, um sich mit seiner Jugendliebe Jadja wieder zu vereinen. Diese soll jedoch seinen Onkel, den um einige Jahre älteren Grafen Staschek Zagorsky heiraten, um ihren Vater von seinen Schuldscheinen zu befreien. Suza, die herrische Gutsverwalterin, will den Verliebten aus deren Lage helfen und schmiedet einen Plan. Dieser geht jedoch nicht auf und alles scheint zum Scheitern verurteilt, als sich das Blatt doch noch zum Guten wendet: Suza „opfert“ sich und verkleidet sich als Braut.

Die „Wildkatze“ Suza lehrt den Grafen nach der Hochzeit das Fürchten und macht ihm das Eheleben zur Hölle. „Immer wenn ich ihr etwas vorwerfe, dann wirft sie mir etwas nach!“, klagt der Graf, der anscheinend auch in seiner sechsten Ehe planlos ist.

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Szabolcs Brickner (Graf Boleslav Zagorsky), Markus Butter (Graf Staschek Zagorsky), Mareike Jankowski (Suza), Ivan Oreščanin (Casimir von Kawietzky)
© Werner Kmetitsch

Das Stück zeichnet sich durch seine musikalische Vielfalt aus, da es eine Mischung aus klassischer Operette, Musical, Jazz, Klezmer und Walzer ist (Musikalische Leitung: Marius Burkert /Marcus Merkel) und daher gut geeignet für Besucher, die eine etwas andere Operette sehen (bzw. hören) wollen. Teilweise ist die Live-Musik etwas lauter als die Darsteller und erschwert das Verstehen des Gesungenen.

Die Kostüme (bei Andy Besuch) sind besonders außergewöhnlich, denn das Bauernvolk sieht Puppen verwechselnd ähnlich, die wie Marionetten nach der Pfeife des Barons (gar nicht hölzern) tanzen (Choreographie: Simon Eichenberger). Ebenso sind die Hochzeitsgäste gleich maskiert und sehen leicht grotesk aus. Surreal wirkt das Bühnenbild (bei Martin Miotk), denn ein überdimensionaler Erntekorb mit ebenso großem Gemüse und Vorhangquasten schmücken die Bühnenfläche des Saals und bilden den Schauplatz des Geschehens.

Ein funkelndes Stück, das unterhält und verzaubert.

Das Stück wird noch bis März 2019 in der Grazer Oper aufgeführt.

Karten unter: Oper-Graz.com

(c) Lupi Spuma

William und die Pubertät

Auch William Shakespeare war einmal ein rebellischer Teenager. Für Next Liberty und Oper Graz machen die Autoren Marc Schubring und Wolfgang Adenberg aus der Geschichte um den frühpubertären Jahrhundertliteraten das farbenfrohe Familienmusical „Wie William Shakespeare wurde“.

Stratford-upon-Avon, 1577: Der kleine Will hat mal wieder die Latein-Deklinationen nicht gelernt. Lieber widmet er sich in seiner Freizeit dem Liebesgedichte-an-seine-Angebetete-Schreiben mit einer überdimensionalen Feder. Dennis Hupka gibt in bunten  Plunderhosen und einer Perücke, die ihn aussehen lässt wie eine animierte Disney-Figur, einen aufgeweckten und stimmlich souveränen William. Als Flamme Juliet (wie soll sie auch sonst heißen?) steht ihm Amelie Bauer zur Seite, eine taffe Teenagerin, die mit ihren feministischen Liedern in Frauen-können-alles-schaffen-Manier ihrer Zeit weit voraus ist.

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William und Juliet (c) Lupi Spuma (2)

 

Der Grundkonflikt ist für jedes Kind verständlich: William will zum Theaterensemble und vor der im wahrsten Sinne des Wortes schillernden Königin Elisabeth I. auftreten – und natürlich schreiben, wobei er vom famosen Therry Chladt als Leiter der Schauspielkompanie unter die Fittiche genommen wird. Zum Konflikt mit dem Vater kommt es auch deshalb, weil ein politischer Widersacher den Handschuh-Familienbetrieb in den finanziellen Ruin treibt – weil der Vater Katholik ist. Ohne dem Publikum ab sieben Jahren fehlendes historisches Wissen unterstellen zu wollen, darf wohl behauptet werden, dass man in diesem Alter nicht am Schirm hat, mit welchen Probleme man als Katholik unter Elisabeth I. konfrontiert war.

Aber das sind bloße Details. Im Endeffekt ist „Wie William Shakespeare wurde“ auf der großen Opernbühne eine Geschichte über die Verwirklichung von Träumen und die Entwicklung der eigenen Kreativität, deren Musik – eine Mischung aus Pop-Elementen und frühneuzeitlichen Lauten-Klängen – gut ins Ohr geht. Eine schöne Produktion.

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