Improvisieren ohne Ende

Improvisation wird großgeschrieben im Theater im Bahnhof. Was normalerweise jeden Montag dargeboten wird, dem wurde nun ein ganzes Festival mit internationalen Gästen gewidmet.

Wer Fan von Impro-Theater ist oder es noch werden möchte, der ist beim TiB-Impro-Cup im Grazer Orpheum goldrichtig. Jeden Tag steht ein – wie könnte es auch sonst sein – neues Programm an, bei dem auch internationale Gäste mitspeilen.

Am Dienstag gingen Láďa Karda aus Tschechien und Jacob Banigan vom TiB-Ensemble auf Reise in den hohen Norden, nach Reykjavik. Die Rahmenbedingungen gibt das Publikum vor, und so kommt es dann, dass sich ein Fischer (Banigan) ohne Lebensgefährtin, dafür aber mit einem riesigen Hund, und ein mäßig erfolgreicher Science-Fiction-Autor (Karda), der sich als Tätowierer über Wasser hält, in einer Warteschlange wiederfinden, um mit einer Troll-Frau Sex zu haben. Das klingt absurd und ist es auch – doch Karda und vor allem Banigan finden eine Weg durch den Impro-Irrgarten, der nicht nur extrem lustig, sondern sogar noch auf komische Art und Weise nachvollziehbar ist.

Im zweiten Teil des Abends wurde es musikalisch und tragisch zugleich: In einer High School nämlich, in der es nicht nur unverstandene Teens und gebrochene Herzen gab, sondern auch ein Curling Team. Das multinationale Ensemble unter der Leitung von Victoria Bang aus Schweden hatte zu jeder Szene auch einen Song und eine improvisierte Choreographie parat. Zwar ging einiges an Gags „lost in translation“, aber dennoch – langweilig wurde das „High School Musical“ nie.

Infos und Programm

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Das bringt die neue Spielzeit am Schauspielhaus

Welche Stücke euch in der neuen Spielzeit 2018/19 am Schauspielhaus Graz erwarten und wie ihr zum Studi-gerechten Preis in ihren Genuss kommt, lest ihr hier.

Intendantin Iris Laufenberg hat das neue Programm des Schauspielhaus Graz vorgestellt. Auch 2018/19 gibt es wieder ein Motto, unter dem die Spielzeit steht: Zukunft. Das bedeutet: 11 der 21 RegisseurInnen sind neu am Schauspielhaus, zudem gibt’s einiges an Science-Fiction, Utopien und Revolutionen. 21 Premieren, davon drei Uraufführungen und sechs österreichische bzw. deutschsprachige Erstaufführungen wird man ab 14. September 2018 zu sehen bekommen.

Eröffnet wird die Saison mit einer Bearbeitung von Ayn Rands „The Fountainhead“ aus 1943 – eine Utopie, die bis heute für Gesprächsstoff sorgt. Jungregisseur Daniel Foerster gibt bei der Premiere am 14. September 2018 sein Debüt am Haus eins. In Kooperation mit dem steirischen herbst steht ab 21. September „Tram 83“ von Fiston Mwanza Mujila auf der Bühne des Haus zwei.

Raum für Begegnung: Die neue Bürger*innenbühne

Der schon aus dem Theater am Ortweinplatz bekannte Simon Windisch wird bei einem neuen Format Regie führen: „Schöne neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg“ ist einer von drei Teilen des Projekts „Bürger*innenbühne Graz“, bei dem Leute aus der ganzen Steiermark dazu eingeladen werden, ihre Gedanken zu teilen und gemeinsam mit dem Team des Schauspielhauses in ein Stück zu verpacken.

Es soll ein Raum für Austausch geschaffen werden, jeder darf seine Geschichten einbringen – beim ersten Termin zu den Themen Burnout und Boreout, beim zweiten über die Gestaltung der Zukunft und beim dritten über „Familie 2.0“ und das Zusammenleben. Ebenfalls auf Dialog zielt die Kooperation mit dem Theater im Bahnhof ab. Pia Hierzegger wird in „Österreich, wir müssen reden…“ verschiedenste Gäste interviewen.

Nestroy und die Jungen

Die ÖsterreicherInnen spielen auch 2018/19 wieder eine große Rolle. In der vorherigen Spielzeit war es Bachmannpreisträger Ferdinand Schmalz, der Couplets zu Nestroys „Der Talisman“ gedichtet hat, diese Rolle wird nun die Wiener Autorin Stefanie Sargnagel übernehmen – und zwar zu Nestroys „Einen Jux will er sich machen“. Von Schmalz wird „schlammland gewalt“ zu sehen sein; Regisseurin Claudia Bossard inszeniert die Uraufführung von Clemens J. Setz‘ „Erinnya“.

Klassiker werden nicht alt

Ohne Klassiker geht’s halt nicht. Und das Schauspielhaus wählt gleich eines der berühmtesten Trauerspiele der deutschen Literatur: „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller ist ab 25. Oktober zu sehen. Einen neuen Twist bekommt u.a. Frank Wedekinds „Lulu“, das die Tiger Lillies unter der Regie von Markus Bothe und der musikalischen Leitung von Sandy Lopičić neu interpretieren, András Dömötör nimmt sich Anton Tschechows „Kirschgarten“ an. Nachdem Jan-Christoph Gockel Büchners „Dantons Tod“ in der Spielzeit 2016/17 bereits erfolgreich behandelt hat, heißt es diesmal „Die Revolution frisst ihre Kinder! Dantons Tod in Burkina Faso“.

…und wie kann man sich das als Studi alles leisten?

Es gibt zum Glück einige Geheimtipps, wie ihr zu verbilligten oder sogar gratis Karten kommt. Theater um 5€ gibt es für jede/n, der eine halbe Stunde vor der Vorstellung mit Studierenden-Ausweis eine Restkarte ergattert (ausgenommen sind Premieren), oder bei den ÖH Stückgesprächen zu ausgewählten Terminen (Kultref-Seite auf Facebook im Blick behalten!), wo ihr im Anschluss mit den KünstlerInnen diskutieren könnt. Ein weiteres Schmankerl: Eine Eintrittskarte gilt ab der neuen Spielzeit auch als Öffi-Karte für die gesamte Steiermark, drei Stunden vor und sieben Stunden nach der Vorstellung. Zwei gratis Karten zum Stück eurer Wahl bekommt ihr als fleißige Schreiberlinge von blog4tickets. Falls ihr Interesse habt, meldet euch einfach unter: kultur@oehunigraz.at!

Diese Premieren erwarten euch:

14. September 2018: The Fountainhead (Regie: Daniel Foerster), Haus eins

15. September 2018: Fake Metal Jacket (Regie: Tom Feichtinger), Haus drei

21. September 2018: Tram 83 (Regie: Dominic Friedel), Haus zwei

5. Oktober 2018: Lulu – eine Mörderballade (Regie: Markus Bothe), Haus eins

12. Oktober 2018: Gespräche mit Astronauten. Kooperation mit der Kunstuni Graz (Regie: Suna Gürler), Haus zwei

25. Oktober 2018: Maria Stuart (Regie: Stephan Rottkamp), Haus eins

27. Oktober 2018: All das Schöne (Regie: Cara-Sophia Pirnat), Haus drei

15. November 2018: Erinnya (Regie: Claudia Bossard)

23. November 2018: Die Revolution frisst ihre Kinder! (Regie: Jan-Christoph Gockel), Haus eins

8. Dezember 2018: Österreich, wir müssen reden. Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof (Regie: Helmut Köpping), Haus zwei

14. Dezember 2018: Einen Jux will er sich machen (Regie: Dominique Schnizer), Haus eins

Jänner 2019: Schöne neue Welt: Leonce und Lena suchen einen Ausweg. Bürger*innenbühne (Regie: Simon Windisch), Haus zwei

8. Februar 2019: Der Kirschgarten (Regie: András Dömötör), Haus eins

Februar 2019: Die Mitwisser (Regie: Felicitas Braun), Haus zwei

15. März 2019: Götterspeise (Regie: Jan Stephan Schmieding), Haus eins

März 2019: schlammland gewalt (Regie: Christina Tscharyiski), Haus drei

April 2019: Menschen mit Problemen, Teile I bis III (Regie: Franz-Xaver Mayr), Haus zwei

April 2019: Schöne neue Welt: Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Bürger*innenbühne (Regie: Anja Michaela Wohlfahrt), Haus drei

11. Mai 2019: Vor Sonnenaufgang (Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann), Haus eins

Mai 2019: Pfeil der Zeit (Regie: Blanka Rádóczy), Haus zwei

29. Juni 2019: Schöne neue Welt: Familie 2.0. Bürger*innenbühne (Regie: Uta Plate), Haus eins

spleen*graz, Tag eins: Zwischen Aluhut und Holzkoloss

Der erste Tag des spleen*graz verspricht ein Festival voller Höhepunkte. Am Mittwoch wurde das Publikum im Labor untersucht, trat in einen Dialog mit 100 jungen GrazerInnen und durfte einen choreographisch ausgeklügelten Kampf gegen einen Holzblock mitansehen.

Walter F. ist ganz normal. Von Chemtrails und Co. hält er wenig. Doch plötzlich scheinen sich die Aluhüte auf den Köpfen seiner Mitmenschen zu verdichten. Und Walter F. kommt nicht umhin sich zu fragen: Was kann man eigentlich noch glauben? Die Nachwuchsschiene des Festivals spleen*trieb hat für ihre Performance „kennstdudiewahrheit/hieristdiewahrheit.at“ im Theater im Bahnhof beschlossen: Ein kleines bisschen Walter F. könnte in allen von uns stecken. Um jene zu finden, die in besagte Risikogruppe fallen, werden die ZuschauerInnen zu Probanden und müssen einen Test nach dem anderen über sich ergehen lassen.

So interaktiv war Performance nie! Nachdem die anfängliche Schüchternheit überwunden ist, kann man sich dem Bann der jungen DarstellerInnen (die wären: Sarah Frank, Nicolas Galani, Christina Grasser, Nikolas Hansbauer, Dora Hirtler, Linus Nwokeke, Jennifer Zirngast unter der Leitung von Alexander Benke und Antonia Orendi) in ihren Hemden und Schürzen kaum noch entziehen. Einzig die Uhr haben sie wohl übersehen: Mit 40 Minuten mehr Spielzeit als im Programm angekündigt sollte besser kein wichtiger Termin anstehen. Die meisten Probanden werden schlussendlich mit gutem Gewissen wieder in die Welt entlassen, auf die Risikogruppe wartet noch eine horrende Überraschung im Keller.

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spleen*trieb säubert Graz vor Verschwörungstheoretikern

 

Theater soll die Generationen verbinden

Bereits zum siebten Mal seit 2006 wurde das spleen*graz-Festival im Next Liberty feierlich eröffnet. KünstlerInnen aus aller Welt versammeln sich in der Murmetropole, um einen Begegnungsort für Jung und Alt zu schaffen. Die Themen seien jedoch „keine Kinderportionen“, wie Organisator Manfred „Ossi“ Weissensteiner betont. spleen nimmt Jugendtheater ernst und sucht einen Kommunikationskanal zwischen den Generationen. Die Frage „Wie wollen wir alle zusammenleben?“ steht für Organisatorin Hanni Westphal im Fokus.

Doch wie ticken die Kinder und Jugendlichen in Graz eigentlich? Wo wohnen sie, hatten sie schon ihren ersten Kuss, woher kommen sie, wohin gehen sie? Antworten auf diese Fragen illustrieren 100 NachwuchsgrazerInnen in einer 12,2-minütigen Eröffnungsperformance, einem Dialog zwischen dem „Festival“ und ihnen. Und das Publikum liebt’s.

Multitalente gegen den Holzkoloss

Nach der Eröffnung eroberte das französische Quartett Compagnie Arcosm mit ihrer Performance „Bounce!“ die Bühne im Next Liberty. Die Multitalente aus Lyon können nicht nur tanzen, sondern auch singen, schauspielern und musizieren, manchmal sogar alles zur gleichen Zeit. Die Harmonie in ihrem Proberaum wird von einem gigantischen Holzblock zerstört. Sie versuchen alles, um die Quader zu bezwingen – schlagen auf ihn ein, schieben ihn weg, streicheln ihn, bezirzen ihn. Bis sie schließlich gemeinsam über ihn triumphieren.

Quelen Lamouroux, Cloé Vaurillon, Sylvain Robine und Aurélien le Glaunec zeigen in ihrer Performance „Bounce!“ unglaubliche technische Präzision. Da sitzt jeder Tanzschritt, jeder Ton im Gesang sowie auf Violine und Bass, jeder akrobatische Akt. In der Choreographie fließen die Bewegungen auf natürlichste Weise zusammen und integrieren scheinbar mühelose Partnerarbeit und akrobatische Elemente perfekt. Ein Spektakel aus Tanz, Musik und großartig eingesetzten Soundeffekten – und überhaupt ein grandioser Auftakt für das diesjährige spleen-Festival.

Mehr Informationen zu den Stücken sowie Termine finden Sie auf der spleen-Homepage.