Wenn man für die Liebe alles tut…

Mit dem Stück „Making a Great Gatsby” zeigt das Schauspielhaus Graz unter der Regie von Claudia Bossard eine Inszenierung des erfolgreichen Schlüsselromans des amerikanischen Jazz Age „The Great Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald. Aus der Sicht von Nick Carraway werden Geschehnisse und Liebesverwicklungen rund um den Millionär Jay Gatsby geschildert, die jenem schlussendlich zum Verhängnis werden.

Die Geschichte erzählt von dem ehemals armen Jay Gatsby, der den amerikanischen Traum zum Reichtum und Ruhm lebt. Doch all die Partys und der Aufwand betrieb er nur um seine Jugendliebe Daisy, Nick Carraways Cousine, zurückzuerobern, denn ihre Liebe war damals an Gatsbys Armut gescheitert. Die weder glücklich noch unglücklich verheiratete, aber wohlhabende Daisy ist vom Anblick Gatsbys und deren Wiedervereinigung überwältigt und wird später eine schwere Entscheidung treffen müssen. Bis dahin versucht Gatsby sie von sich und deren möglichem gemeinsamen zukünftigen Leben, beinahe zwanghaft, zu überzeugen. Ein plötzlicher Unfall stellt die Geschehnisse jedoch völlig auf den Kopf.

© Karelly, Lamprecht

Neben den Kostümen und der großen schauspielerischen Leistung der SchauspielerInnen, trug auch der Einbezug einer Live-Band sehr zur erfolgreichen Gesamtkomposition des Stücks bei. Um die Darstellung allerdings in seinen vollen Facetten verstehen und erleben zu können, empfiehlt es sich den Inhalt der Erzählung vorab, entweder durch das Buch oder den 2013 erschienenen Film, anzueignen. Außerdem hätte man die etwas konfuse Schlussszene mehr an den Film anlehnen und mit einem spannenden, offenen Ende gestalten können.

© Karelly, Lamprecht

Alles in allem ist es ein sehr empfehlenswertes und amüsantes Stück, das zum Nachdenken über die eigenen Lebensziele und die heutige Gesellschaft, in der Geld immer noch eine sehr große Rolle spielt, anregt.

Weitere Spielzeiten:

Di, 18. Jän 19:30 – 21:35

Mi, 19. Jän 19:30 – 21:35

Do, 20. Jän 19:30 – 21:35

Mi, 26. Jän 19:30 – 21:35

Sa, 29. Jän 19:30 – 21:35

Do, 10. Feb 19:30 – 21:35

Fr, 11. Feb 10:30 – 12:35

Fr, 18. Feb 19:30 – 21:35

Youtube Trailer:

Mehr Infos unter: https://schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com/play-detail/making-a-great-gatsby/

Beitragsbild: © Karelly, Lamprecht

Wozu braucht man eigentlich ein Herz?

@ TaO / Clemens Nestroy

„Das kalte Herz“ – eine notwendige Wertediskussion frei nach Wilhelm Hauff wird im TaO! – Theater am Ortweinplatz aufgeführt. In diesem Stück begleitet man den Kohlenpeter auf seiner Reise und seinem Streben nach Reichtum.

Die drei DarstellerInnen schlüpfen während des Stücks in unterschiedliche Charaktere rund um das Leben des Kohlenpeter, der sich mehr wünscht, als nur mit Kohle zu arbeiten. Wenig gesellschaftliches Ansehen und auch wenig Entlohnung machen ihm zu schaffen. Auf den verschiedenen Etappen seines Lebens werden einige Fragen aufgeworfen:

Armut oder Reichtum? Ein kaltes oder doch ein warmes Herz? Ein Stein oder ein Herz voller Gefühle? Wann braucht man diese lästigen Gefühle denn wirklich?

Diese Fragen regen auf humorvolle Art und Weise zum Nachdenken an. Die Inszenierung bringt das Publikum zum Staunen, zum Lachen und ab und zu zum Kopfschütteln. Schon beim Begehen des Theaters wird auf der Bühne gespielt, was den Besuchern bereits beim Platzfinden zu einem spannenden Theatererlebnis macht. Das ist aber nicht die einzige Überraschung, die dieses Stück bereit hält!

@ TaO / Clemens Nestroy

Daher mein Tipp für die Vorsätze des Neuen Jahres:  setzen Sie dieses Stück auf die Liste!

Spielzeiten:

12.05.2022 – 12:00 Uhr

13.05.2022 – 12:00 Uhr

14.05.2022 – 18:00 Uhr

16.05.2022 – 12:00 Uhr

17.05.2022 – 12:00 Uhr

18.05.2022 – 12:00 Uhr

19.05.2022 – 12:00 Uhr

20.05.2022 – 12:00 Uhr

23.05.2022 – 12:00 Uhr

24.05.2022 – 12:00 Uhr

25.05.2022 – 12:00 Uhr

30.05.2022 – 12:00 Uhr

31.05.2022 – 12:00 Uhr

Mehr Infos und weitere Spielzeiten finden Sie unter: https://tao-graz.at

Vom Chaplinfan zur Herrscherin der Welt

Mit dem beinahe zweistündigen Stück „Der große Diktator“ bietet das Schauspielhaus Graz eine außergewöhnliche Interpretation und Inszenierung Charlie Chaplins gleichnamiger, 1940 erschienener politischen Satire. Unter der Regie von Clara Weyde werden Themen rund um den Ersten und Zweiten Weltkrieg aufgegriffen und Adolf Hitlers Verhalten und Strategien auf geschickte Art und Weise ins Lächerliche gezogen.

© Karelly Lamprecht

Beginnend mit einer Szene an Charlie Chaplins Grabstein, sind die zwei HauptdarstellerInnen in eine hitzige Diskussion über die Bart-Zwillinge Charlie Chaplin und Adolf Hitler verwickelt und stoßen dabei unabsichtlich den Grabstein um. Wie auf magische Weise finden sich die beiden Chaplin-Doubles plötzlich in einer anderen Zeit wieder. Zunächst verwirrt und durcheinander, wird ihnen schnell klar, dass sie sich in der Periode kurz nach dem Ersten Weltkrieg und somit zur Zeit Adolf Hitlers Machtaufstieg befinden.

Folglich wird von Offizieren des Diktators eine Rede des großen „Führers“ Anton Hynkel angekündigt. Als dieser nicht aufzutauchen scheint, springt die Chaplin-Imitatorin (gespielt von Julia Gräfner) als Rednerin ein und verstrickt sich immer weiter in ihre neue Rolle als Herrscherin der Welt. Als Hynkel schreckt sie nicht einmal vor Massenmord und der Verfolgung ihres Freundes und späteren Gegenspielers (gespielt von Alexej Lochmann) zurück. Ihr einziges Ziel ist Macht und die Eroberung der Welt.  

© Karelly Lamprecht

Auch wenn man Chaplins Tonfilm nicht gesehen hat, so kann man den Handlungsstrang der Darstellung sehr gut folgen. Nichtsdestotrotz sollte man Grundwissen über die geschichtlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts mitbringen, um das Stück in seiner Genialität und Gänze verstehen zu können. In diesem Zusammenhang ist unbedingt die Altersempfehlung des Schauspielhauses (14 +) zu beachten.

Mehr Infos zum Stück unter: https://schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com/play-detail/der-grosse-diktator/

Link zum Youtube-Trailer: https://youtu.be/UDF2p9ByvA4

Beitragsbild: © Karelly Lamprecht